@kvonfrieling schrieb:
Gibt es eine Möglichkeit auf Phantom stehende Teile trotz der Stücklisteneigenschaft Phantom bei einer Zusammenbauzeichnung mit einer Positionsnummer zu versehen.
Nein. Eine Positionsnummer gibt es nur, wann das Teil in der Stückliste steht.
Man könnte sich eine Positionsnummer faken, über einen Führungslinientext z.B.. Diese könnte man auch mit benutzerdefinierten iPropierties des Teils versehen. So könnte man eine feste Teilebezeichnung realisieren oder von Hand eine rein schreiben. Die Stücklüste kann auch über eine virtuelle Komponente erweitert werden. Aber alles in Handarbeit.
@kvonfrieling schrieb:
Durch eine nachfolgende Übergabe an ein anderes Programm muss das Teil auf Phantom bleiben.
Keine Stückliste, keine Positionsnummer.
Es gibt zwei Möglichkeiten Teile aus der Stückliste auszuschließen. "Phantom" und "Referenz". Die beiden unterscheiden sich darin, wie Unterkomponenten behandelt werden und ob Sie in die Gewichtberechnung einbzogen werden. In einer Baugruppe kann man die Stücklistenstruktur für eine Kompoente überschreiben. Das hilft dir aber nicht weiter, da man nur den Vorgabewert (den den das Bauteil in den Dokumenteneinstellungen hat) oder auf "Referenz" einstellen kann. Und wenn dein Bauteil von "Phantom" auf "Referenz" änderst, hast du nichts gewonnen. In beiden Fällen steht es nicht in den Stücklisten und du kannst keine Postionsnummern anziehen. Dir bleit also wieder nur das Faken.
@kvonfrieling schrieb:
Es kann in einigen Momenten interessant sein. Beispielsweise bei Nachrüstungen. Ich muss zeigen können wo die Nachrüstung montiert wird, möchte jedoch das Teil an dem montiert wird nicht mit in der Stückliste haben.
Ich würde sagen, für genau den Fall ist die Stücklistenstruktur "Referenz" da. Die Baugruppe an die der Nachtrüstsatz angeschraubt wird ist auf "Referenz gestellt. Ich will es sehen, gesonder darstellen und nicht in der Stückliste haben. Steht die Stücklistenstruktur auf "Referenz" hat das noch den Nebeneffekt, dass das Gewicht nicht berücksichtigt wird. Die 3 Tonnen Wand, an den ich mein Teil schraube, verfälscht mir das Gewicht nicht.
@kvonfrieling schrieb:
Ich benötige es jedoch aus einem anderen Grund. Ich muss die Bauteile aus einem Set in mehrere Baugruppen verteilen, ohne das ich am Ende das Set bzw. die Bauteile doppelt in den Stücklisten habe.
Als Beispiel ist:
Ich habe ein Set aus zwei Teilen, Teil A und Teil B. Teile A wird in Baugruppe 1 verbaut. Teil B wird in Baugruppe 2 verbaut. Baugruppe 1 und 2 werden zu einer Endbaugruppe zusammengefügt. Für die kaufmännische Abteilung wird nun eine Bauteil in die Endbaugruppe eingefügt, die die Artikelnummer des Sets beinhaltet. Wenn ich nun jedoch alle Bauteile in der Stückliste anzeigen lasse wird das Set angezeigt, wie auch die Einzelteile des Sets.
Zur Zeit wird dieses Problem dadurch gelöst, dass die Bauteile als Phantom angelegt werden, um optisch den Einbau der Setkomponenten zu dokumentieren.
Ich bin mal pessimistisch und sage du stehst somit vor einem unlösbaren Problem. Zumindest solange es du rein mit Inventor lösen willst.
Der CAD-Konstrukteur erstellt eine Datenstruktur, welche nicht unbendigt, der Konstruktions- und/oder Fertigungsstückliste entspricht. Die kaufmänische Abteilung will keine Liste mit Dateistrukturen, sondern wissen welche und wieviel Rohmaterial und anderes Sets sie kaufen soll. Karl-Heinz in der Montage muss wissen, welche Teile miteinander verschraubt werden, und das am besten mit Zahlen auf der Zeichnung.
Alle haben andere ansprüche an "die Stückliste".
3D CAD Systeme sind Software, welche erstmal Dateistrukturen erstellen. Das man die auch gut Nutzen kann, um daraus Konstruktionsstücklisten daraus abzuleiten, ist auf den Ersten Blick ein riesen Vorteil. Beim genauen Hinsehen ist die Sache aber gar nicht so einfach.
Inventor bietet jetzt die Möglicheiten die Dateistruktur zu beeinflussen, um die Dateistruktur besser in eine Stücklistenstruktur umzuwandeln. Und da hat man gleich die Wahl zwischen zwei, Struktur und Bauteil. Für viele Andwendungsfälle funktioniert das noch ganz gut. Du hast jetzt einen Spezialfall ausgegraben, wo das System an seine Grenzen stößt.
In so einem Fall kann man nur noch die Stückliste gelöst von der Baugruppe betrachten. Und dann muss ein PDM-System mit Artikelverwaltung her. Darüber kann man die Stücklisten bei bedarf automatisch Erzeugen lassen, aber auch einkürzen, Teile ausschließen, ergänzen, manipulieren, etc.
Das was der andere Kollege geantwortet hat, nur er macht es zum Teil im ERP System.
@kvonfrieling schrieb:
den zweiten Ansatz hatte ich auch schon überlegt, nur möchte ich zusätzlichen Aufwand beim Pflegen der CAD Daten vermeiden. Daher möchte ich ungerne Baugruppen erstellen die "nur" für Ansichten gedacht sind.
Solange du nicht dein PDM-System aufrüstest, wird dir wohl nichts anderes übrig bleiben, als den Aufwand zu betreiben.
In deinem Fall würde ich alle Teile "normal" verbauen. So können alle Bauteile eine Nummer bekommen. Die Stückliste erstelle ich mir in einem Modellzustand, indem ich die Stücklistenstruktur der Bauteile des Sets auf "Referenz" ändere. Somit hätte ich für Baugruppe A und B eine Stückliste, welche mir die Positionsnummer liefert und eine Stückliste für die weitergabe an den Einkauf. Damit das Set am Ende in die Stückliste kommt, erstelle ich mir eine Baugruppe die keine Teile enthält aber in der Stückliste auftaucht.
Das löst dein Problem aber nicht, dass die Teile am Ende auf Phantom stehen müssen. Vondaher wäre ich wieder bei Plan A (ganz oben). Die Bauteile mit benutzerdefinierten iProperties/Parametern versehen und dann eine Führungslinientext (mit verweiß auf das benutzerdefinierten iProperties/Parametern des Teils) anstatt einer Positionsnummer. Dann steht es aber immer noch nicht in der Liste. Die könnte man wieder faken.
Kennst du das Sprichwort: "Wenn eine Tür zugeht, geht irgendwo anders eine auf". Bei diesem Problem ist es anders rum. Machst du irgendwo eine Tür auf, geht wo anders eine zu. Du musst immer einen Kompromis und Aufwand eingehen.
Viel Erfolg,